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DNA

Der menschliche Körper besteht aus 60 Billionen Zellen (z. B. weiße Blutzellen, Muskelzellen oder Schleimhautzellen), von denen fast jede Zelle unsere gesamte Erbsubstanz, die DNA, enthält. Jede Zelle enthält sowohl DNA innerhalb des Zellkerns (chromosomale DNA, bestehend aus autosomaler DNA, X-chromosomaler DNA und Y-chromosomaler DNA) als auch außerhalb des Zellkerns (mitochondriale DNA).

Während die autosomale DNA von beiden Eltern vererbt wird, wird die Y-chromosomale DNA (Y-DNA) ausschließlich vom Vater an den Sohn weitergegeben, und die mitochondriale DNA (mtDNA) ausschließlich von der Mutter an das Kind.

Mitochondrial DNA

Wie oben bereits erwähnt, ist die mtDNA nicht innerhalb des Zellkerns enthalten, wird also bei der Befruchtung der Eizelle nicht weitergegeben. Bereits kurze Zeit nach dem Befruchtungsprozess sterben die Mitochondrien der männlichen Spermazelle ab, so dass im Embryo nur die mütterlichen Mitochondrien erhalten bleiben. Somit besitzen wir die gleiche mtDNA wie unsere Geschwister und unsere Mutter, aber nicht die gleiche wie unser Vater.

Weiterhin wird die mtDNA fast unverändert von Generation zu Generation vererbt. Infolgedessen besitzen wir in der Regel exakt den gleichen mtDNA-Typ wie unsere Mutter, unsere mütterliche Großmutter, ihre Mutter, und so weiter. Man kann dadurch die direkte mütterliche Linie bis zu dem Punkt zurückverfolgen, an dem eine natürliche Mutation passierte - im Durchschnitt
etwa alle 20.000 Jahre.

Unter Berücksichtigung des Vererbungsprozesses und der Expansion der Menschheit (bzw. der Tatsache, dass nicht nur Frauen auf der Welt sind), ergibt sich als logische Konsequenz, dass alle heutigen mtDNA-Typen letztendlich auf dieselbe Frau zurückverfolgt werden können, die vor etwa 150.000 Jahren lebte und die als Mitochondriale Eva bezeichnet wird. Die 'Mitochondriale Eva' ist dabei die jüngste gemeinsame Vorfahrin aller Menschen, die heute auf der Welt leben. Hinzuzufügen ist dabei, daß dies nicht unbedingt bedeutet, daß sie die einzige zum damaligen Zeitpunkt lebende Frau war. Vermutlich lebten damals weitere Frauen, aber deren weibliche Linien sind im Laufe der Zeit ausgestorben. Seit der damaligen Zeit, als Menschen aus Afrika auswanderten, hat sich ihre mtDNA infolge von sehr gelegentlich auftretenden Mutationen geringfügig verändert - und als Ergebnis haben wir heute eine Fülle unterschiedlicher mtDNA-Typen. Die Details über unsere Rekonstruktion der steinzeitlichen Wanderungen haben wir für Sie im Abschnitt Völkerwanderung graphisch aufbereitet.

Roots-for-Real ermittelt Ihre mütterliche Abstammungslinie auf Basis einer mtDNA Untersuchung. Hierzu werden die aktuellsten genetischen Erkenntnisse und Labortechnologien verwendet. Indem wir Ihre persönliche mtDNA analysieren und mit unserer weltweiten, mehr als 40.000 Individuen umfassenden Datenbank vergleichen, sind wir in der Lage, Ihre mütterliche Abstammung zu identifizieren und die heutige Verbreitung in der Welt darzustellen. Durch die Verwendung ausschließlich wissenschaftlich untersuchter mtDNA Proben ist Roots for Real die einzige Gesellschaft, die in der Lage ist, die Migrationen des letzten Jahrhunderts weitgehend auszuschließen und so die ursprüngliche Herkunft der mütterlichen Linie zu bestimmen.

Y-chromosomaler Adam

Analog zu der mtDNA gibt es auch einen Bestandteil der DNA, der ausschließlich vom Vater an den Sohn weitergegeben wird, das Y-Chromosom. Alle heutigen Y-Chromosomen gehen auf einen einzigen vorgeschichtlichen Ur-Vater zurück, den "Y-chromosomalen Adam", dessen Zeitalter mehr als 100,000 Jahre in der Vergangenheit liegt, wie wir mit Hilfe statistischer Methoden gezeigt haben (Forster et al. 2000).

Ebenso wie die mtDNA hat das ursprüngliche Y-Chromosom in seiner DNA natürliche Mutationen über die Generationen widerfahren. Diese neu entstandenen Y-Typen haben sich dann geographisch unterschiedlich ausgebreitet und verschiedene Teile der Welt besiedelt, so dass heute analog zur mtDNA regional spezifische Muster von Y-Typen vorliegen.

Indem wir Ihren jetzigen Y-Typ im Labor bestimmen und in der weltweiten Y-Datenbank abfragen, ist Roots- for-Real in der Lage, eine regionale Eingrenzung Ihrer väterlichen Linie vorzunehmen und so die Ursprünge aufzudecken. Häufig wurde an uns von Familienforschern (Genealogen) Interesse geäußert an einem Test, ob zwei Männer mit dem gleichen Nachnamen oder Familiennamen verwandt sind. Hierzu eignet sich insbesondere unser Y-Test, da in vielen Kulturen Familiennamen vom Vater vererbt werden genauso wie das Y-Chromosom, so dass in der Regel verwandte männliche Personen heute auch den gleichen Y-Typ aufweisen.

Bei derartigen Untersuchungen wird je Versuchsperson ein Test benötigt, in Summe also zwei: Ein Y-Test für sich selbst, und ein Y-Test für die männliche Person mit dem gleichen Familiennamen, der ein potentieller Verwandter ist. Die Wahrscheinlichkeit einer Verwandschaft im Falle eines gleichen oder zumindest sehr ähnlichen Namens bei gleichzeitig übereinstimmendem Y-Typ ist dann sehr hoch.

Auch für Menschen, die eine jüdische Abstammung vermuten oder bestätigen möchten, ist der Y-Test relevant. Man nimmt an, daß Mitglieder der Kaste der Cohanim das gleiche Y-Chromosom wie der biblische Moses haben, da Aaron, der Bruder Moses, diese Kaste begründete, dessen Amt traditionell vom Vater an den Sohn weitergereicht wird. Der Cohanim Y-Typ wurde in bahnbrechender Forschungarbeit von der Forschergruppe Prof. David Goldsteins entdeckt und deren Befunde stimmen mit der biblischen Tradition überein. Ein einfacher Y-Test, kombiniert mit unserer Datenbanksuche, kann bestätigen, ob in einem männlichen Cohen tatsächlich ein Cohen Y-Typ vorliegt.

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